Boogie Woogie

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Was ist Boogie-Woogie

Ob auf schnelle oder langsame Musik getanzt, vermittelt der Boogie-Woogie einen Ausdruck von Lebensfreude, Gefühl und Lebendigkeit.

Der Boogie ist er mehr als nur Sport und Tanz. Er verbindet Hobby, Fitness und Geselligkeit mittels seiner infizierenden Musik. Diese inspiriert förmlich Ausgelassenheit und Improvisationsfreude, die sich mit Schritt- und Figurenreichtum zu einem abwechsungsreichen Tanzstil vermischen.

Animiert durch die mitreißende Musik und die Nostalgie trifft man zu Veranstaltungen und in der Szene regelmäßig auf das typische Outfit der 50er- Jahre mit seinen fliegenden Petticoats, den Pferdeschwänzen, Glockenröcken, Hüten, Hosenträgern und den markanten Tanzschuhen.

Ein kleiner geschichtlicher Abriss…

Ursprünglich bezeichnete „Boogie-Woogie“ ausschließlich eine Musikrichtung, erst später auch einen Tanzstil. Bei uns wird der Name erst seit der Übernahme aus dem Amerikanischen in den 50er-Jahren in der heutigen Bedeutung für den Tanz verwendet.

Die Wurzeln des Boogie-Woogie legten die als Sklaven nach Amerika verschleppten Schwarzafrikaner, die eine völlig neue Ausdrucksform der Musik schufen, indem sie ihr afrikanisches Rhythmusgefühl mit den Einflüssen in Amerika vermischten. Es entstanden Worksongs, Gospels, Spirituals und der Blues. All das waren die Vorläufer des Charleston, Swing, Boogie-Woogie, Jazz, Hip Hop und Rap.

Zunächst Boogie-Woogie die Klavierbegleitung zum alten Blues. Der Name bezeichnete eine Musikrichtung, die ihren Ursprung in der Mitte der 20er-Jahre hatte und deren Hauptmerkmal ein prägnanter Klavierlauf mit rollenden Bassläufen ist. Getanzt wurden dazu das was man damals Boogie-Woogie nannte, heute aber als Jazzbewegungen bezeichnen würde. So hört man auf der berühmten Aufnahme von 1928 „Pinetop’s Boogie Woogie“ von Pinetop Smith schon Kommandos und Bewegungsabläufe für Schritte und eine Tanzfigur namens Boogie-Woogie.

Aus dieser Zeit stammt der Vorgänger des heutigen Boogie-Woogie, der „Breakaway“, ein Paartanz auf Charleston- und Swingmusik. Im Jahre 1927 begeisterte der junger Shorty George Snowden mit diesem Tanz die Zuschauermassen. Nach der Frage, was er denn tanze, antwortete er in Anlehnung an den sensationellen Alleinflug Charles Lindbergs über den Atlantik am 20./21. Mai 1927: „I’m doing the Lindy Hop.“ (Zeitungsschlagzeile war damals „Lindy hops the Atlantic“.)

Mit einem aufsehenerregenden Konzert in der berühmten New Yorker Carnegie Hall versetzten Mad Lux Lewis, Albert Ammons und Pete Johnson die Massen ins Boogie-Fieber. In der Folge spielten auch Big Bands Boogie-Woogie-Musik.

Der dazugehörige Tanz wurde in Amerika unter dem Namen „Jitterbug“ und in England als „Jive“ bekannt. Dazu entwickelte sich neben dem typischen Grundschritt des Blues ein Tanzstil mit Sprüngen und akrobatischen Kunststückchen.

Grundsätzlich konnte der Boogie-Woogie nicht eindeutig charakterisiert werden. Ausschlaggebend war und ist die Freude am ausgelassenen Tanz und dem Spiel mit der Musik. Damit entwickelte sich als besonderes Merkmal des Tanzes Boogie-Woogie die Improvisation zur schnelleren oder langsameren Musik.

Nachdem die amerikanischen Soldaten nach Kriegsende die genannten Tänze nach Europa gebracht hatten, entwickelte sich hier der Boogie-Woogie gleichermaßen als Tanz wie auch als Musikstil.

Mit der Renaissance des Rock ’n‘ Roll in den 70-Jahren entwickelte sich auch wieder der klassischen Boogie-Woogie im alten Stil als Einklang von Nostalgie, kreativer Musikimprovisation und Sport. Um den Unterschied zwischen beiden Tanzstilen deutlich zu machen, erhielt der Boogie-Woogie seine allumfassende zweite Bezeichnung „Rock ’n‘ Roll der 50er-Jahre“.

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